Für dieses Programm gesellt sich die befreundete Bratschistin Silvia Simionescu zum Merel Quartett. Die Bratschistin des Gringolts Quartetts und Professorin an der Musikhochschule Basel FHNW war bereits 2025 bei den Merel Chamber Series und den Zwischentönen Engelberg kongeniale Partnerin des Ensembles.
Das Streichquintett C-Dur op. 29 ist offenbar nur schwer zu entdecken. Selbst umfangreiche und dem Anspruch nach enzyklopädische Beethoven-Nachschlagewerke kommen ganz ohne seine Erwähnung aus. Und auch wer jahre- und jahrzehntelang Konzerte besucht, wird ihm nur selten oder womöglich nie begegnen: Ludwig van Beethovens einzigem originalen Streichquintett, in C-Dur op. 29, das er 1800/01 im Auftrag des Grafen Moritz von Fries schuf und das ihm einen lästigen und hässlichen Rechtsstreit eintrug, weil es in Wien als Raubdruck verbreitet wurde und kurzzeitig zum Skandalstück geriet. Unmittelbar nach Beethovens Tod aber rühmte die Berliner Allgemeine Musikalische Zeitung Beethovens Quintett als «das geistreichste und künstlerisch gereifteste unsers grossen Meisters, zugleich eins seiner einfachsten und darum schon jetzt allgemein geliebten Werke».
Dvořák war ein Frühaufsteher. Schon in der Morgendämmerung zog es ihn hinaus in die Natur, er spazierte durch den Wald oder am Flussufer entlang, hörte mit täglich neuer Freude auf Ruf und Melodie der Vögel, ehe er in bester Laune heimkehrte und sich an die Arbeit setzte. Um sieben Uhr aber begab er sich zum Gottesdienst in die St. Wenzelskirche, nahm an der Orgel auf der Empore seinen Platz ein, improvisierte die Choralvorspiele und begleitete den Gemeindegesang. So vergingen die Tage im Sommer 1893 – mit Spaziergängen, Kutschfahrten, Besuchen, Hausmusik und zwischendurch der mußevollen Beschäftigung des Komponierens, das ihm damals leicht von der Hand ging, als sei es das Einfachste von der Welt. Jene Ferienmonate blieben Antonín Dvořák als die glücklichste Zeit seines zwiespältigen, mühe- und ehrenvollen Amerika-Aufenthaltes im Gedächtnis. In dem vertrauten, mit Volksmusik gesättigten Milieu des Ortes entstand in nur einem Monat das Es-Dur-Streichquintett op. 97 – direkt nach der Fertigstellung seines berühmten «Amerikanischen» Streichquartett.


