Im Auftrag von Graf Erdödy entstanden, zählen Joseph Haydns sechs Quartette op. 76 heute zu seinen meistgespielten und bedeutendsten. Nr. 5 hebt sich als das unkonventionellste Werk der Sammlung hervor.
Charakteristisch für György Kurtágs Musik ist ihre konzentrierte Knappheit, in der sie seinem Vorbild Anton Webern gleicht. Sein «Officium breve in memoriam Andreae Szervánszky» (op. 28, 1988/89) verweist durch Zitate und Anspielungen auf Webern und auf Endre Szervánszky (1911-1977), den ersten ungarischen Komponisten, der sich intensiv mit Weberns Technik befasste. Von Webern übernimmt Kurtág den abschliessenden Doppelkanon der Kantate Nr. 2 op. 31, von Szervánszky Material aus dessen Serenade für Streichorchester (1947).
Das Werk besteht aus 15 kurzen, teils nahtlos verbundenen Sätzen von weniger als einer Viertelstunde Dauer. Immer wieder setzt sich der gehaltene Klang des «Sostenuto» durch. Der Schlusssatz zitiert Szervánszkys tonale Musik direkt, bricht aber nach zwölf Takten mitten in der Phrase ab. So entsteht, wie oft bei Kurtág, ein dichtes Netz musikalischer und persönlicher Beziehungen.
Beethovens «Harfen-Quartett» op. 74 steht zwischen zwei anderen Werken in Es-Dur: dem brillanten Kaiser-Konzert und dem eher nach innen gerichteten Klaviertrio op. 70 Nr. 2. Es bewegt sich zwischen diesen beiden Welten und verbindet grosse dramatische Energie mit Momenten von Intimität.
