«... Der Ältere, der soviel Haar hat wie die andern zusammen, kein fallendes oder lockiges Haar, sondern das schwarze Kruselhaar eines Abessiniers, Brillenträger, lernt Kontrabass am Konser- vatorium. In einem Sinfonie-Orchester unterzu- gehen auf Lebenszeit hat er nicht vor, Musik ist Provokation. Ich entkorke und verstehe ...»
Max Frisch, Tagebuch 1966-1971
Das Haar des besagten Musikers, es ist Christian Sutter, geboren 1951 in Basel, verheiratet, zweifacher Vater und vierfacher Grossvater, seit über vierzig Jahren begeisterter Orchester- und Kammermusiker, hat sich in der Zwischenzeit gelichtet, und entgegen den damaligen Absichten hat dieser dann doch 35 Jahre als Solokontrabassist im Sinfonieorchester Basel gedient. Dass er aber darin untergegangen wäre - nein, das lässt sich nicht behaupten. Nebst seiner weitverzweigten Tätigkeit als Orchestermusiker, Gründungsmitglied der Cappella Andrea Barca, Kammermusikpartner von Heinz Holliger, András Schiff, dem Merel Quartett, dem Panocha Quartett u. a. gestaltet der «Poet am Kontrabass» auch die literarischen Kammerkonzerte «Titus beflügelt» und die musikalisch-literarisch-liturgische Karwoche von «OFFLine», dem oekumenischen Zentrum für Meditation und Seelsorge in Basel. Ausserdem verbindet ihn eine enge Zusammenarbeit mit György Kurtág, der mehrere Stücke für Kontrabass solo für Christian Sutter geschrieben hat.